Eine Nachrichtenapp und die Panikmache…

Ich habe das innere Bedürfnis auch meine bescheidene Meinung zu dem in den letzten Tagen heisser gekochten wie gegessen Brei an der Instant Messaging Front kund zu tun.

WhatsApp Sorgenkind und trotzdem Dauerbrenner!?!

WhatsApp hatte in der Vergangenheit öfters mit kritischen Sicherheitslücken sowie Problemen zu kämpfen. Im Detail: Mit etwas IT-Erfahrung und dem einlesen in Tutorials konnte man problemlos Nachrichten mitlesen. Krasser war noch ein Bug vor wenigen Monaten der es sogar möglich machte die ID eines anderen anzunehmen und in dessen Namen Nachrichten zu verschicken. Die Probleme wurden zwar alle behoben aber eine Kommunikation mit den User hat zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. Bis heute ist nicht bekannt wie nun WhatsApp seine Nachrichten verschlüsselt bzw. wie die Probleme behoben wurden. Die Transparenz fehlte von Anfang an aber dies war nie ein Problem für den Anwender. In den letzten Jahren sind die Nutzerzahlen explodiert und ich kenne auch persönlich nur wenige die kein WhatsApp haben. Das Geschäftsmodell SMS womit die Mobilfunkanbieter über so viele Jahre ihr Geld gemacht haben ist einfach gestorben und zu verdanken hat es dies zum größten Teil WhatsApp.

Was ist nun passiert?

Letzte Woche hat Mark Zuckerberg dann WhatsApp gekauft. Nicht das er das nicht schon einmal versucht hatte. Vor einem Jahr gab es Gerüchte über Verhandlungen und so wie es nun den Anschein hat war da doch etwas dran. Böse Zungen behaupten ja er hätte es sich können einfach für 79 Cent aus dem PlayStore oder gar kostenlos aus dem Appstore laden. Vermutlich wollte der Herr Zuckerberg aber auch den Profit hinter der Software einstecken! Das Potenzial beim einbinden von iAd’s wäre unglaublich.

Und was wird nun anders?

Aktuell ist alles noch beim alten und wenn man den Verlauf nach der Übernahme von Instagram verfolgt wird sich da auch in den nächsten Monaten/Jahren nicht viel ändern. Wenn man die Glaskugel befragt kann man davon ausgehen das in den nächsten Monaten ein „Connect with Facebook“ Button dazu kommt und wer ganz stark über den Tellerrand hinausschauen möchte kann vielleicht auch von einer Messanger Integration träumen. Die „angeblichen“ Pläne die jedem Boulevard Blog angeblich vorliegen wie sehr Marc Zuckerberg WhatsApp nun verändere sind schlichte Panikmache die aber leider bei dem ein oder anderen Wirkung in die falsche Richtung zeigen.

Datenschutz Quo Vadis

Jeden Tag heulen Leute auf Facebook über den Datenschutz auf Facebook. Das ihre Bilder plötzlich mit dem Rest der Welt geteilt wurden. Mal wieder 500 Leute vor der Tür standen und dabei wollte man doch nur eine kleine Party mit 20 engen Freunden feiern. Datenschutz auf Facebook ist ein sensibles Thema und eigentlich sollte sich jeder der Informationen auf Facebook der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt ausführlich darüber Gedanken machen welche Tragweite bestimmt Informationen haben. Wenn z.b. Bilder vom“Kaffeekränzchen am Morgen“ gepostet werden und der Chef dann auch den Grund weis warum sich sein Mitarbeiter Krank gemeldet hat. Das Schlimme für mich ist nur das wir alle über diesen Datenschutz reden und sagen wie Schlecht doch Facebook ist. Trotzdem gehen wir Tag ein Tag aus auf die Seite, spielen Candy Crush oder posten Bilder von der Party am Wochenende. Bleibt doch weg. Niemand zwingt euch hinzugehen. Das ist keine Arbeit wofür ihr bezahlt wird!

Um jetzt den Bogen aber wieder zu WhatsApp zu spannen. Ich frage mich jetzt allen ernstes was Ihr glaubt das sich jetzt durch Facebook verändert? Glaubt ihr eure Nachrichten werden Plötzlich öffentlich gepostet? Glaubt ihr das die Bilder die ihr Tag täglich via WhatsApp versendet jetzt auf irgendwelchen Facebook Server landen und irgendwann dann in eurer Galerie? Mal ganz davon abgesehen das diese Daten jetzt schon auf diversen Servern in den USA und dem Rest der Welt liegen. Was soll sich da mit dem Kauf von Facebook verändern? Eure Daten sind im Netz und wenn es der Anbieter gut meint dann löscht er diese(wenn er es ganz gut meint hat er sie sogar verschlüsselt) und wenn er es nicht gut meint, dann verkauft er diese. Egal ob er Facebook, WhatsApp oder sonst wie heisst. Selbst SMS ist keine Alternative weil der Provider die SMS genauso lesen kann. Auch Standortbestimmung via SMS (Thema: Stille SMS) ist ohne zutuen von einer App möglich. Da braucht es kein Facebook da reicht ein bloßer Verdacht!

Panikmache und die Alternative

Ich halte die ganze Show die in den letzten Tagen zu dem Thema aufgezogen wird als so dermaßen überspitzt das ich mich echt frage ob wir uns wirklich nicht mehr Informieren wollen bzw. wenn wir uns Informieren ob wir dann unser Gehirn ausschalten und dann blind das glauben was wir lesen. Hinterfragt denn niemand mehr kritische Beiträge? Rennen wir alle nur noch wie blinde Kühe der Herde nach? Dann auf… Ich bin gespannt welche Kuh sich als nächstes vor der Wagen schnallt. Die App „Threema“ hat ja jetzt von Stiftung Warentest das Siegel Gut erhalten. Böse Zungen behaupten das haben die nur gemacht weil es sich um eine App aus der Schweiz handelt und der Schweiz konnte man schon immer vertrauen. Die App „Telegram“ kann deswegen nämlich nicht Punkten. Der Macher ist nämlich der Russische Mark Zuckerberg „Pavel Durov“ und von dem weis man aktuell noch nicht mal sein Aufenthaltsort.

Ich für meinen Teil beobachte den Instant Messaging Markt und wenn es mir zu Bunt wird mach ich meine eigene App mit „Black Jack und Nutten“.

 

30C3 – No German, no Problem!

Schon viel Jahre verfolge ich den Congress über Twitter, YouTube, Stream. Mein größter Wunsch war es einmal Live dabei zu sein. Erst in Berlin und jetzt in Hamburg. Natürlich ist so ein „Ausflug“ nicht gerade Billig ( Congress Ticket 80 € + Unterkunft 300 € + Auto/Bahnfahrt 120 €  ) aber als Nerd wie ich nunmal einer bin zieht der Congress einen magisch an. Natürlich um den ein oder anderen den man nur durch Podcasts kennt Live zu sehen aber auch wegen den Vorträgen. Viel wichtiger ist es aber die Atmosphäre im Hackcenter aufzusaugen die einen an eine LAN-Party erinnert. Lediglich die Lautstärke und die chaotische Anordnung der Tische zeigt das es sich hier definitiv nicht um eben solche handelt. Raspberry PI gesteuerte Popcorn Maschine und der ein oder andere 3D Drucker tut sein übriges. Die Lounge war wohl der beste Rückzugsort den man für das Eintrittsgeld kaufen kann. Gute Chillout Musik, bequeme Stühle und echt coole Deko machten diesen „Darkroom“ zum perfekten Ort auf dem Congress. Leider trübten die Kiffer unter den Hacker etwas den Geruch an diesem tollen Ort. Ich hatte nach einem Aufenthalt in der Lounge das Gefühl etwas zu schweben 🙂 Im Allgemeinen war der erste Tag auf dem Congress ( Tag 2 Offiziell ) rein zur Orientierung für mich da. Natürlich gab es überall Pläne aber das Gefühl wie ein kleiner Entdecker zu sein herrschte doch vor. Hinter jeder Ecke taten sich neue Sitzgelegenheiten, Moodlights und Kaffeemaschinen auf. Alles sah immer wieder etwas anders aus und so hatte man mehr wie einmal das Gefühl sich verlaufen zu haben. Aber im guten Sinne, den so lernte man schnell neue Menschen kennen und saugte neue Eindrücke in sich auf.

Aber der Congress ist auch ein Ort voller Wissensvermittlung und so war mir klar das ich den ein oder anderen Vortrag mir ansehen wollte. In den letzten Jahren habe ich immer nur die Streams verfolgt und so war es ein tolles Gefühl mal wirklich mit im Saal zu sitzen. Das Highlight für mich war die Fnord Newsshow für die ich mich sogar freiwillig 1 Vortrag  früher in den Saal gesetzt habe um einen guten Platz zu bekommen. Geplant waren nur 2 Tage von insgesamt 4 Tagen Congress und trotzdem hatte ich keinen engen Zeitplan was die Vorträge anging. Die Überschriften zu den Vorträgen waren teilweise nicht wirklich spannend. Regel Nummer 1 für einen weiteren Congressbesuch: Nicht von Überschriften leiten lassen. Wegen diesen Umstandes und auch der Tatsache geschuldet das die für mich interessanten Vorträge(Hacker Jeopardy, Jahresrückblick) immer so spät Nachts waren sitze ich jetzt zuhause und schaue mir die Recordings an.

Zudem muss ich ein großes Manko für mich ansprechen. Ich bin kein Nativ-English-Speaker. Ich habe auch mit dem ein oder anderen „Slang“ so meine Probleme. Wenn ein deutscher Englisch spricht dann kann ich meistens gut folgen während ich bei einem Amerikaner sehr schnell den Faden verliere. Über die letzten Jahre werden aber immer mehr Talks ( auch von deutschen ) in Englisch gehalten. Klar ist der Congress ein Internationale Veranstaltung und die Weltsprache ist Englisch aber da die Veranstaltung in Deutschland stattfindet frage ich mich ob man nicht das Verhältnis der Talks bei 50/50 halten könnte? Zudem wenn die vortragenden Personen eh Deutsch als native Sprache hat. Warum dann zum Teil gebrochenes Englisch sprechen? Überall waren Flyer befestigt auf denen stand No German, No problem. Allerdings bin ich der Meinung so langsam sollte auf diesen Flyer stehen No English, No problem…

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Trotzdem ist der Wunsch wieder auf den Congress zu fahren ungebrochen. Am liebsten die vollen 4 Tage und noch viel Toller wäre es mit einer Gruppe im Hackcenter sitzen. Mal sehen was das Jahr noch bringt.

Mit einem Klick veränderst du die Ansicht

Obwohl ich als Kind der 80er erst sehr Spät in Berührung mit Personal Computer gekommen bin kenne ich trotzdem noch die Zeit in der ein Bildschirm in Schwarz und Weiss getaucht war. Mein Rechner ein 80386DX 40 MHz  bekam ich zwar genau 1995   passend zum Release von Microsoft’s Betriebssystem mit entsprechender Versionsnummer (95) aber er war einfach zu lahm dafür. Da ich damals leider noch nicht mit dem Know How gesegnet war das ich heute habe begnügte ich mich mit einer auf 160 GB gepressten Version von MS-DOS 6.22 und Windows 3.11. Ich bin Dankbar um diese Zeit und die Fehler die dabei passiert sind. Man lernte Damals seinen PC auf eine ganz andere Art und Weise kennen. Wenn ein Problem auftrat und das trat meistens dann auf wenn man irgend ein Spiel zum laufen bekommen wollte, war man ganz schnell damit beschäftigt sich Boot-Disketten zu erstellen. Oft hat man auch mit dem Editor (edit) mal ganz schnell in der Config.sys oder in der Autoexec.bat rumgepfutscht um ein paar Kilobyte Arbeitsspeicher frei zu machen. Jaa, Leute damals glaubte man halt wirklich das 640 K für alles reichte und der Extended Mode der mehr wie 1 MB adressieren konnte gab es auch nicht bei allen Spielen und war von Prozessor abhängig.

Es war meine Entscheidung:

Damals konnte man ganz einfach mit einem Eintrag in der Autoexec.bat noch entscheiden ob man die grafische Oberfläche ( Windows 3.1/11 ) direkt beim Systemstart laden wollte oder eben nicht. Bei mir das damals immer aus. Ich wollte vieles über die Konsole lösen und ich glaube das ist auch der Grund warum ich mich für Linux bzw. für ein Mittelweg ( Mac OS ) entschiede habe. Aber auch ich gestehe, das ich diesen Blog über ein in ein Fenster gepressten Web Browser bediene. Konsolenbrowser wie Lynx sind wirklich nur was für die h3x0r oder für die 1337 unter uns. Man gewöhnt sich einfach an das Schubsen einer Maus und wie einfach es ist damit diverse Prozesse die vielleicht viel Arbeit beim tippen wären zu automatisieren. Die grafischen Oberflächen nehmen einem aber auch die Angst. Die Angst vor dem System in dem Sie einem so war damals zumindest der Gedanke bei Xerox einem das Gefühl geben man sitze an seinem eigenen kleinen Schreibtisch(Desktop)!  Die Symbole Papierkorb und Arbeitsplatz oder Paint waren nicht um sonst oft an Dinge angelehnt die es einem einfach machen sollten. Sind wir ehrlich die Microsoft Betriebsysteme ab Version 95 haben sehr viel dazu beigetragen das sich auch die weniger technisch versierten Menschen unter uns mit einem PC auseinander gesetzt haben. Die Firma Aldi/Medion mit ihren Dumpingpreisen tat ihr übriges 🙂

Gewohnheiten und bekanntes?

Über die vielen Versionen hinweg gab es diverse Anker im System die egal wie immer gleich waren. Dazu zählten die Fensterleiste in der man immer Minimieren,Maximieren und Schliessen konnte aber auch der Startbutton war bzw. ist für viele ein Programm das sie aus ihrer täglichen Arbeit nicht wegdenken können.  Über die Jahre hinweg habe ich mich sogar dazu bewegt immer weniger Symbole auf dem Desktop anzulegen und alles optimiert in der Startleiste für den Schnellzugriff zur Verfügung zu stellen. Jeder der mit Windows arbeitet weis wie und wo er sein PC ausschalten kann. Er weis wie er in die Systemsteuerung kommt oder an all seine Programme. Ein Klick auf dieses schöne tolle Symbol links unten in der Ecke genügte.

Und nun??

Ja Microsoft hat uns einfach diesen Startbutton genommen und ihn nach einem großen Aufschrei wieder zurück gebracht. Aber nicht so wie wir uns das gewünscht hätten. Dazu muss man leider etwas weiter ausholen. Mit Windows 8 hat Microsoft das erste mal ein Betriebssystem am Start das für den Tabletmarkt optimiert wurde. Das ist zwar durchaus löblich und war wirklich an der Zeit. Leider hat man dabei aber alle PC Benutzer ausser acht gelassen. Dieser Hybrid an Betriebsystem der dabei entstanden ist kann leider nicht beide Welten richtig und konsistent bedienen. In Redmond hat man sich allerdings, das Unterstelle ich jetzt einfach mal, den Marktanalysen nicht wirklich angenommen. Eine Tabletoberfläche die ich mit einem Notebook bedienen soll? Wtf? Stellt euch doch mal ein iPad mit einer Maus vor? Eigentlich wäre es so einfach gewesen. Ein Betriebssystem mit Startbutton und Desktop für den PC und ein Tablet das entsprechend mit der neuen nicht“Metro“ Oberfläche läuft.

Wo ist dein Problem?

Da Microsoft hinter seinem Betriebsystem viele stellen nicht Touch optimiert hat stösst man sehr schnell auf einem Windows Tablet an seine grenzen und man wünscht sich eine Maus um mal schnell von Links nach Rechts zu schubsen. Dies sollte doch aber nicht der Sinn eines Tablet’s sein oder doch?

Dann haben wir da noch ein Notebook das beim Klick auf dieses Startsymbol in einer komplett andere Welt geworfen wird. Microsoft sagt dazu, „Hier haben sie einen Überblick über alles Wichtige“. Aber will ich das? Ich möchte auf Start drücken und dann mit dem nächsten Klick einen Browser auszuwählen der mich ins Web bringt. Ein Minimieren(auf das nicht vorhandene Symbole in der nicht vorhandenen Browserleiste) dieses Browsers soll mich zurück bringen auf den Desktop das ich schnell zwischen meinen Programmen wechseln kann. Wenn ich überlege wie viel Kilometer mehr ich durch die „intuitive aber für Finger ausgelegte“-Oberfläche mehr zurück lege bin ich mir sicher das sehr viel Arbeitszeit am Tag verloren geht.

Und wie gehts richtig?

Egal ob Google oder auch Apple. Beide Firmen setzen bei Ihren Smartphones und Tablets auf ein eigene Betriebssystemlinie die komplett für Touchbedienung ausgelegt ist. Ihre Ableger für Computer heissen ChromOS oder Mac OS und sind speziell für Mausschubser gedacht. Also Microsoft warum musst du ein System an die Masse ausliefern das für nix richtig funktioniert? Dabei hättest du es so einfach. Du müsstest nur mal auf die Menschen hören die mit deinem System arbeiten! Bis dahin Grinse ich mir weiter eins bei einem Office 2013 das „touchoptimiert“ auch nur mit einer Maus bedienbar ist!

 

Work-Life-Balance ein Fremdwort?

Vor ein paar Monaten hatte ich ein Bewerbungsgespräch wo natürlich auch Arbeitszeiten ein Thema waren. Als ich angesprochen hatte das es für mich auch keine Problem ist Überstunden zu machen wurde ich belächelt. Man würde hier Work-Life-Balance groß schreiben und Überstunden werden nur gemacht wenn es wirklich nicht anders geht. Seit dieser Zeit spukt dieses Buzzword durch meinen Kopf. Als IT-affiner Mensch war mir natürlich dieser Ausdruck schon länger geläufig. Werft man einen Blick über den Teich nach Silicon Valley geht man dort sogar noch einen Schritt weiter. Dort gibt es in sehr vielen High-Tech Unternehmen einen Feel-Good Manager der sich um die Belange seiner Kollegen kümmert. Doch was heißt das nun genau?

Feel-Good?

Ich selbst arbeite in einem mittelständischen Unternehmen wo ich mir ziemlich sicher bin das weit über die Hälfte der Mitarbeiter nicht gerne zur Arbeit gehen sondern einfach nur weil Sie es müssen. Der Zwang Rechnungen am Anfang/Mitte/Ende des Monats zu bezahlen zwingt Sie dazu jeden Morgen zur gleichen Zeit aufzustehen. Immer zur gleichen Zeit die Frühstücks und Mittagspause zu machen. Dann Pünktlich gegen 17 Uhr, am besten aber schon davor seine sieben Sachen zu packen und den glücklichen Feierabend zu begehen.  Urlaubstage zu bekommen ist für viele ein Drahtseil-Akt, weil Sie auf die Laune des Chefs angewiesen sind oder gerade unabkömmlich im Unternehmen sind. Man hat schon vor Jahren aufgegeben eine wirklich enge Bindung mit seinem Mitarbeiter aufzunehmen obwohl man trotzdem noch versucht einen familienären Fokus zu waren erwecken. Ich denke das dies kein Einzelfall ist sondern in sehr vielen traditionellen Firmen genau so Alltag ist.

Bei vielen Firmen im Silicon Valley geht man der Theorie nach das ein Mitarbeiter der gerne zu seiner Arbeit geht ein produktiverer Mitarbeiter ist. Doch wie erreicht man das? Kann man es wirklich dem Mitarbeiter möglich machen gerne zur Arbeit zu gehen ohne dabei Unsummen von Geld zu investieren? Ich denke das der erste Schritt für ein produktiverer Mitarbeiter, beim Chef beginnt. Er muss sich leider von der Tatsache verabschieden, dass nur weil er gerne zur Arbeit geht, es seine Mitarbeiter ihm gleichtun. Nur weil er 24 Stunden am Tag für die Firma lebt, kann er nicht erwarten das es seine Mitarbeiter auch tun oder doch??

Break the Rules!

Ein Wandel sollte damit beginnen dem Mitarbeiter zu helfen das er liebt was er tut. Natürlich ist das eine sehr subjektive Auffassung denn jeder definiert Liebe etwas anders anders aber in den Grundzügen geht es einfach darum das der Mitarbeiter seinen Job gerne macht. Die ersten Schritte dazu sind einfach.

1. flexiblere Arbeitszeiten: Abschaffung von starren und eingefahrenen Systemen. Hierzu hat sich sehr viel das Kern-Arbeitszeit-Prinzip bewährt und wird auch von vielen Unternehmen heute schon gelebt. Die Tatsache das ein Mitarbeiter selbst bestimmen kann, ob er nun um 6, 7, 8 oder 9 seine Arbeit beginnt gibt ihm eine gewisse Flexibilität. Die Gruppendynamik sorgt auch dafür das solche Konzepte nicht aus dem Ruder laufen. Die Flexibilität von solchen Arbeitszeiten sollen allerdings noch weitere Benefits mit sich ziehen. So kann man bei erreichen seiner Wochenarbeitszeit evtl. schon Freitag Mittag gegen 12 seinen Feierabend beginnen. Man gibt einem Mitarbeiter hier die Möglichkeit sich selbst besser zu verwirklichen in dem man ihm zwar nicht mehr Freizeit gewährt, aber ihm den Raum gibt zu bestimmen wann er diese einsetzt.

2.wir sitzen alle in einem Boot: Eine weitere interessante Möglichkeit ist das Veranstalten von regelmäßigen Firmen-events bei denen man das Miteinander fördert. Das einfache „Abteilung’s essen gehen“ ist hier genauso hilfreich wie Grillfeste oder auch Ausflüge. Klar kosten diese Veranstaltungen Geld aber sie steigern das „Wir“-Gefühl. Man festigt das Team mit einfachen Spielen bei solche Veranstaltungen und somit auch das Gefühl besser aufeinander aufzupassen. Mitarbeiter die miteinander sprechen und füreinander da sind, auch im privaten Umfeld fördern das Zusammenarbeiten. Man lernt dabei einen Menschen besser verstehen und einzuschätzen. Oft sind Handlungen eines Kollegen befremdlich weil man gar nicht weis warum er vielleicht gerade so eine Laune an den Tag legt. Der tolle Sideffect solcher Veranstaltungen ist natürlich auch das ein Chef Barrieren zwischen ihm und seinen Mitarbeiter abbauen kann.  Die Bindung wird direkter und sein ansehen steigt. Natürlich nur wenn er sich selbst nicht aus so einer Veranstaltung ausschliesst.

3.kreativität Fördern oder Fordern: Viele Mitarbeiter machen stupide und auch simple Aufgaben die nicht für Ihr Potential förderlich sind. Klar gibt es auch Mitarbeiter die mit Ihrer Situation und Ihrer Arbeit zufrieden sind. Menschen haben oft Ideen  für Vereinfachungen in Unternehmen die aber durch alte Strukturen und dem „das haben wir schon immer so gemacht“-Prinzip einfach Mundtot gemacht werden. Oft sind solche Ideen in Pilotprojekten schnell umgesetzt und sehr schnell würde man feststellen ob sich hier eine Verbesserung im Arbeitsablauf einstellen würde. Um dies entgegen zu wirken sollte jeder Mitarbeiter in einer Firma eine Stimme haben und das Gefühl bekommen diese Stimme kund tun zu können. Ein aufgebrachter oder auch emotionaler Mitarbeiter ist definitiv kein schlechter. Im Gegenteil, wenn ihn etwas auf der Arbeit so fuchst das er unter vorgehaltener Hand andere Mitarbeiter anstachelt dann nimmt er eigentlich Anteil an der Firma und das sollte man fördern im positiven Sinne bevor es soweit kommt.

4.Das drumherum( Eigentlich ein Sammelbecken für viele Ideen die es Wert wären auch noch unter weiteren Punkte aufgeführt zu werden aber dann die maximale Wortanzahl von 1000 sprengen würde): In sehr vielen Silicon Valley Unternehmen hat es sich eingebürgert, den Mitarbeiter kostenloses Essen zur Verfügung zu stellen oder Räume wo sie sich zurück ziehen können wenn ihnen mal ein paar Minuten nicht nach Arbeit ist. Natürlich gibt es aber auch Räume wo gezielt Kreativität gefördert werden kann und wo man den Mitarbeiter sportliche Tätigkeiten genauso anbietet wie auch künstlerische Tätigkeiten.

Round UP

Viele Punkte sind ohne tiefergehende  strukturelle Änderungen nicht umsetzbar. Man verändert damit einhergehend nicht nur einfach eine Unternehmenssituation sondern die komplette Kultur in einem Unternehmen. Eine Kultur die steht und fällt mit dem Menschen der dieses Unternehmen leitet. Erfolge die sich einstellen trotz der Widrigkeit gegen all solche neuen Regeln sollte man vielleicht nicht immer als Produkt der guten Unternehmenskultur sehen. Vielleicht wäre das ändern einer Unternehmenskultur auf neue Wege ein Garant für weiteres Wachstum? Ein Wichtiger Punkt wäre auch noch das Vertrauen! Ein Chef sollte seinen Mitarbeiter vertrauen das er im Sinne der Firma handelt und ihm so auch Handlungsspielraum einräumen ohne bei jeder Bestellung ihm über die Finger zu schauen. Im Grunde kann man all diese o.g. Punkte aber damit zusammenfassen das diese nicht einhergehen, dem Mitarbeiter am Ende des Monats mehr Geld in die Tasche zu wirtschaften sondern ihn produktiver werden zu lassen weil er beginnt zu lieben was er tut und vor allem in welcher Firma er es tut.